Zootier des Jahres 2019: Gibbon

20.01.2019
Siamang im Zoo Dortmund (Bild Wolf Malkusch)

Zootier des Jahres 2019: GIBBON

Gibbons gelten als die bedrohtesten Menschenaffen der Welt. Besonders der Lebensraumverlust, aber auch der  exzessive Handel als ausgefallenes Nahrungsmittel oder als vermeintliche Medizin macht den Gibbonbeständen sehr zu schaffen. Zudem sind junge Gibbons begehrte Haustiere. Gibbonmütter werden getötet, um den hilflosen Nachwuchs anschließend auf Heimtiermärkten anzubieten.

Doch kaum einer weiß um die prekäre Lage dieser asiatischen Baumbewohner. Ganz im Gegensatz zu ihren viel bekannteren großen Verwandten, den Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen und Bonobos spielen Gibbons im Interesse der Öffentlichkeit bislang kaum eine Rolle.

Begeisternde Akrobatik (Bild: Wolf Malkusch)

Um verstärkt auf die Gefährdung dieser singenden Kletterer aufmerksam zu machen, wählte  die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) den Gibbon zum „Zootier des Jahres 2019“. Ziel ist es, so auch die koordinierten Erhaltungszuchtbemühungen in  Zoologischen Gärten und zudem Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern zum Fortbestand besonders betroffener Arten zu unterstützten.

In enger Zusammenarbeit mit der „Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V.“, dem „Verband der Zoologischen Gärten e.V.“ (VdZ) und der „Gemeinschaft der Zooförderer e.V.“ (GDZ) werben die teilnehmenden Zoos, Zoo-Freundeskreise, Naturschutzorganisationen und andere Partner verbandsübergreifend  jährlich für den Erhalt einer gefährdeten Tierart. Eingeworbene Gelder helfen diesmal konkrete Maßnahmen zum Erhalt der kleinen Menschenaffen beizutragen.

Der Siamang treibt mit Leichtigkeit ein Spiel mit der Schwerkraft (Bild: Wolf Malkusch)

SIAMANG, der "schwarze Gibbon"
(Vertreter der Gibbons im Zoo Dortmund)

Der Siamang lebt in Baumwipfeln der immergrünen Tropenwälder Malaysias und Sumatras. Mit den überlangen, kräftigen Armen, kennzeichnend für alle Gibbons, hangelt er sich blitzschnell durchs Geäst. Dabei treibt er scheinbar mit müheloser Leichtigkeit ein Spiel mit der Schwerkraft. Rasant wechselt er vom akrobatischen Schwinghangeln zum zweibeinigen Lauf. Im nächsten Moment sitzt er still und zusammengesunken, als ob er nie in Bewegung war. Seine Geschicklichkeit ermöglicht ihm die Ernte im fruchtbaren, äußeren Kronenbereich. Baumabstände von 8 bis 10 Metern Weite überwindet er im "Fluge".

Der Gesang der Siamangs ist noch weit außerhalb des Zoos zu vernehmen (Bild: Wolf Malkusch)

Gibbons leben in festen Familienverbänden. Ihr Revier markieren sie mit wohlklingenden Rufen. Ein aufblasbarer Kehlsack sorgt für Lautverstärkung. Der größte Gesangskünstler ist der Siamang. Täglich zum Sonnenaufgang findet sein weit hörbares, fast halbstündiges Konzert statt. Jede Familie hat ihre eigene vererbte Weise. Das lautstarke Duett der Eltern begleitet der Nachwuchs im Chor. Der Gesang gibt Auskunft über den Standort der Familie, ihre Zusammensetzung und Stärke. Eine harmonische Melodie ist kennzeichnend für ein altes, aneinander gewöhntes Paar. Nur Brautschau haltende Männchen singen solo.

Spenden an:
Geschäftsstelle "Zootier des Jahres"
Spendenkonto:
Volksbank im Unterland
IBAN DE21 6206 3263 0054 5500 41
BIC GENODES1VLS
Verwendung: Zootier des Jahres

Weitere Informationen unter:
www.zootierdesjahres.de

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