Zootier des Jahres 2018

29.01.2018

Das „Zootier des Jahres 2018“ ist die Scharnierschildkröte!

Einige asiatische Schildkrötenarten sind im Freiland bereits ausgerottet oder nur noch in geringen Beständen vorhanden. Dieses Schicksal teilen auch die Vertreter der Gattung der Scharnierschildkröten (Cuora spp.), zu der 13 Arten zählen. Vor allem der Lebensraumverlust, besonders aber der exzessive Handel als Nahrungsmittel oder als vermeintliche Medizin macht den Beständen der Scharnierschildkröten sehr zu schaffen.

Um auf die Gefährdung dieser Schildkrötenarten aufmerksam zu machen, wählte die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) die Scharnierschildkröte zum „Zootier des Jahres 2018“. Dadurch werden die Nachzuchtbemühungen in Zoologischen Gärten und Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern zum Fortbestand besonders betroffener Arten unterstützt. In Zusammenarbeit mit der „Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V.“ (DTG), dem „Verband der Zoologischen Gärten e.V.“ (VdZ) und der „Gemeinschaft der Zooförderer e.V.“ (GDZ) werben die teilnehmenden Zoos, Zoo-Freundeskreise, Naturschutzorganisationen und andere Partner verbandsübergreifend für den Erhalt dieser gefährdeten Tierarten. Vor allem aber sammeln sie Geld um mit konkreten Maßnahmen zum Erhalt dieser Schildkröten beizutragen.

Die Amboina-Scharnierschildkröte wird erfolgreich unter naturnahen Bedingungen gezüchtet (Bild: P. Widmann)

Schildkröten sind weithin bekannte und beliebte Tiere. Doch nur wenige Menschen kennen die hauptsächlichen Ursachen für die Bedrohung vieler Schildkrötenarten: das Absammeln aus der Natur für den lokalen und internationalen Wildtierhandel macht sie zu einer der gefährdetsten Wirbeltiergruppen. Je seltener Schildkrötenarten werden, desto höhere Preise werden für die noch verbleibenden Individuen gezahlt. Die Entnahme der Schildkröten aus der Natur bewirkte, dass einzelne Arten nur noch aus der Haltung in menschlicher Obhut bekannt sind und schon lange nicht mehr in freier Wildbahn beobachtet werden konnten. Zoos und Tierparks setzen sich für den Schutz bedrohter Lebensräume ein (in situ-Schutz) und sind zudem die wichtigsten Akteure, um Erhaltungszuchten bedrohter Arten aufzubauen und langfristig zu sichern (ex situ-Schutz). Teilweise kann nur durch diese Erhaltungszucht in Menschenhand die endgültige Ausrottung von Tierarten verhindert werden, bis sich die Freilandsituation durch parallellaufende Schutzbestrebungen wieder stabilisiert.

Nachzuchten der Scharnierschildkröte im Zoo Münster (Bild: R. Wirth)

Durch die Unterstützung der „Zootier des Jahres“-Kampagne sollen möglichst gute Bedingungen für die Auswilderung und das anschließende Monitoring der Tiere geschaffen werden. Im Zoo Dortmund ist die Scharnierschildkröte selbst nicht zu sehen, dafür aber andere bedrohte Schildkrötenarten aus anderen Teilen der Welt.

Kontakt: zootierdesjahres@zgap.de

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Verwendung: Zootier des Jahres

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